Fragen und Antworten zur Tierversuchsforschung
Könnte man auf Tierversuche verzichten?
Tierversuche sind ein notwendiger Schritt. Vor der Marktzulassung eines neuen Medikaments schreibt die Schweizer Gesetzgebung Tierversuche vor, sofern keine alternative Methode möglich ist. Jede zukünftige Behandlung muss zunächst an Tieren getestet werden, bevor sie beim Menschen angewendet werden kann.
Warum sollte man Tiere im Labor unnötig leiden lassen?
Bei Tierversuchen geht es nicht darum, Tiere leiden zu lassen, sondern darum, die Forschung voranzubringen, indem Medikamente zunächst an Labortieren, hauptsächlich Mäusen, getestet werden. So soll vermieden werden, potenzielle Medikamente direkt am Menschen zu testen. Diese Praktiken sind zudem streng geregelt. Die Schweizer Gesetzgebung in diesem Bereich gehört zu den strengsten weltweit. Bei den von uns finanzierten Forschungsprojekten werden Labortiere keinen der nur den heringsmöglichen Belastungen ausgesetzt.
Was macht der Telethon Schweiz konkret mir den für dir Forschung bestimmten Spenden?
Der Telethon Schweiz unterstütz die Schweizerische Stiftung für die Erforschung der Muskelkrankheiten (SSEM). Die SSEM vergibt Stipendien an Doktorand:innen, die im Bereich der Muskelkrankheiten (Myopathien) bei Kindern und Erwachsenen forschen. Mit den vom Telethon bereitgestellten Spenden können die Forschungsstipendien von rund einem Dutzend Doktorand:innen über einen Zeitraum von zwei Jahren finanziert werden. Der Telethon Schweiz unterstützt jedoch nicht nur di Forschung: Die Hälfte der gesammelten Spenden wird für soziale Massnahmen zugunsten der Betroffenen und ihrer betreuenden Angehörigen eingesetzt.
Wie steht der Telethon Schweiz zu Tierversuchen?
Der Fortschritt in der Forschung ist die einzige Hoffnung für Patient:innen, wirksame Therapien zu finden. In der Schweiz gehört die Phase der Tierversuche zur Forschung und ist gesetzlich vorgeschrieben. Gleichzeitig unterliegen diese Praktiken strengen gesetzlichen Bestimmungen. Ohne Tierversuche können neue Medikamente den Betroffenen nicht zur Verfügung gestellt werden. Dank der Forschung können Kinder mit seltenen genetischen Krankheiten, die früher nur eine kurze Lebenserwartung hatten, heute länger mit ihrer Beeinträchtigung und mit weniger Leiden leben.
Welche moralischen Grundsätze verfolgt der Telethon bei Tierversuchen?
Wir sind keine Befürworter von Tierversuchen und würden es begrüssen, wenn auf solche Tests an Tieren im Labor verzichtet werden könnte. Das Gesetz erlaubt Tierversuche zudem nur dann, wenn keine alternative Methode möglich ist. Sie sind daher in der medizinischen Forschung häufig ein notwendiger Schritt und tragen wesentlich zum Fortschritt der Forschung bei. Gleichzeitig wird dadurch verhindert, dass neue Medikamente ohne vorherige Tests an Labortieren direkt am Menschen erprobt werden.
Welche Tiere werden jedes Jahr für Tierversuche eingesetzt?
Im Rahmen der vom Telethon Schweiz unterstützten Forschungsprojekte werden ausschliesslich Labormäuse eingesetzt. Daneben werden auch einige Fische sowie Würmer verwendet.
Wie viele Tiere sind jedes Jahr vin Tierversuchen betroffen?
Für die vom Telethon Schweiz finanzierten Forschungsprojekte im Zeitraum 2019-2021 werden 199 Mäuse für Labortests eingesetzt. Dies entspricht einem deutlichen Rückgang gegenüber den Vorjahren.
Welcher Belastungsgrad gilt bei Tierversuchen?
Bei den von uns finanzierten Forschungsprojekten werden die Versuchstiere keiner Belastung (Belastungsgrad 0) oder nur der geringstmöglichen Belastung (Belastungsgrad 1) ausgesetzt. Für den Zeitraum 2019-2021 gibt es keine Fälle mit einer höheren Belastung (Grad 2 oder 3/3).
Bundesgesetz – Tierversuche
https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2010/207/de