
Der Verein zur Abschaffung der Tierversuche in Zürich hat eine Plakatkampagne gestartet und Streuprospekte an alle Haushalte verteilt, die unter dem Motto „Genetische Krankheiten? Keine Hoffnung auf Heilung durch Tierversuche“ stehen.
Ich höre manchmal, dass es Alternativen zu Tierversuchen gibt. Es wäre wichtig, dass der Verein zur Abschaffung der Tierversuche und die Wissenschaftler, die überzeugt sind, dass es andere Wege gibt, endlich einmal einen konkreten Schritt machen und nicht nur reden.
Es reicht nicht, zu sagen: das ist schlecht, das ist falsch, das ist nutzlos. Die Kranken warten. Aufseiten der Leute, die gegen Tierversuche sind, geschieht nichts ausser einer verhängnisvollen Polemik und Anschuldigungen, die zu nichts führen. Anstatt erhebliche Summen (laut der Tribune de Genève vom 27.11.2006 hat der Verein 600 000 Franken seines Jahresbudgets von 2 Millionen hierfür aufgewendet) für Kampagnen auszugeben, die letztendlich nur die Beziehungen zwischen betroffenen Patienten und Gegnern der Forschung vergiften, wäre es sehr viel nützlicher, mit diesem Geld parallele Forschungsprogramme auf anderen Grundlagen in die Wege zu leiten, da laut Dr. Christopher Anderegg „die Fixierung auf Tierversuche nutzlos und wenig zuverlässig ist, sie garantieren, dass genetische Krankheiten unheilbar bleiben“. Leider hat Christopher Anderegg bis zum heutigen Tag keine greifbaren Beweise erbracht, die seine Behauptungen untermauern.
Als Betroffener möchte ich gerne möglichst bald erleben, wie und wann die Gegner von Tierversuchen auf uns, die Patienten, mit einer kohärenten wissenschaftlichen Grundlage zugehen werden, welche der Hoffnung einen anderen Weg eröffnet! Worte bleiben Worte. Handeln, auch wenn es nicht immer sofort von Erfolg gekrönt ist, hat immerhin eine Tugend, es überwindet die Immobilität, die in Bezug auf die genetischen Krankheiten bis in die 80er Jahre andauerte.
Und übrigens, warum unternimmt Christopher Anderegg nicht eine Plakatkampagne zum Beispiel gegen die Schweizer Krebsliga? Hat er vielleicht Angst, einen allgemeinen Proteststurm auszulösen? Jeder vierte Schweizer ist mit diesen heimtückischen Krankheiten konfrontiert. Es ist natürlich einfacher, eine vom Telethon unterstützte Minderheit unter Missachtung jedes ethischen Gefühls für die Kranken und ihre Familien anzugreifen.
Noch eine andere Frage kommt mir in den Sinn. Wird Christopher Anderegg im Fall von gesundheitlichen Problemen, die ich ihm nicht wünsche, das Medikament oder die Therapie ablehnen, wenn diese unter anderem mit Hilfe von Tierversuchen entwickelt wurden? Wenn die Gesundheit schwindet, verliert die Philosophie von ihrem Hochmut...
Ich ermuntere diesen Herrn herzlich zu einem Besuch der Internet-Site des Bundesamtes für Gesundheit. Dort ist von Forschung am Menschen die Rede!
Yves Bozzio
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